Seit geraumer Zeit schon tobt in verschiedenen linken Zeitungsprojekten mal mehr, mal weniger heftig die »Antifa Debatte«. Diskutiert wird dabei völlig unterschiedliches: Mal die Perspektivlosigkeit in nach AA/BO Zeiten, mal das Verhältnis zu Israel und den USA und oft geht es auch einfach darum die neuste eigene Kampagne zu promoten.
Wirklich relevant erscheint uns jedoch die theoretische Bestimmung dessen, was Antifa eigentlich sein soll, in welchem Verhältnis Antifa zu Staat und Kapital steht und ob Antifa letztlich mit einer radikal antikapitalistischen Kritik vereinbar ist oder gar notwendigerweise zum systemaffirmativen tendiert.
Auffällig ist, dass sich allem Anschein nach in der Praxis der meisten sich antifaschistisch betätigenden Gruppen wenig geändert hat: Routiniert wie eh und je wird jedem Naziaufmarsch mit der gewohnten Gegenmobilisierung begegnet, ganz so als hätte eine theoretische Debatte nie stattgefunden.
Gerade weil am 01.05.09 ein Nazigroßaufmarsch anstand wollten wir die Debatte über Sinn und Unsinn von Antifa nach Hannover tragen. Darum haben am 09.04.09 im Indiego Glocksee Vertreter verschiedener linker Projekte aus Hannover ihre unterschiedlichen Ansätze untereinander und mit dem Publikum diskutiert. Ziel war es zu einer vernünftigen theoretischen Bestimmung dessen, was Antifa eigentlich ausmacht zu gelangen und die Konsequenzen dieser für die eigene Praxis zu klären.
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